Archiv für die Kategorie ‘Red Center’

14. Reisetag - 5.10.08

Sonntag, 12. Oktober 2008

Heute ging’s früh los um am kühlen Morgen zu fahren und auch das Tagesprogramm vor Sonnenuntergang zu beende. Zuerst gings weiter auf dem Arnhem Highway Richtung Kakadu-Nationalpark. Vor dem Parkeingang haben wir eine Guana-Echse auf der Strasse gesehen, ca. 1,2m lang mit dem ganzen Schwanz. Der Kakadu-Nationalpark ist australiens grösster Nationalpark. Der Park ist Unesco Weltnaturerben und Weltkulturerbe wegen seiner Pflanzen und der Aborigines-Kunst. Er ist mehr als 19′000km2 gross. Nach dem Fotostopp beim Eingang und der Echse ging es dann zuerst nach Mamukala, einem riesigen Feuchtgebiet. Dort kann man von einer Beobachtungsplattform aus die Gänse, Enten etc. beobachten.

Dann ging die Fahrt weiter nach Ubirr (alles 4WD-Strassen!), wo wir auf einer rd. 1 ½ stündigen Wanderung die Felsmalereien der Ureinwohner besichtigten und auf den Obiri Rock kletterten, um die Aussicht auf die Nardab Überschwemmungsebene zu geniessen. Die Sonne war unglaublich heiss. Unsere Hüte taten einen guten Dienst und wir tranken Wasser in Unmengen!!

Zurück auf dem Kakadu Highway führte uns der Weg nach Maguk/Barramundi Gorge, wo uns einen Spaziergang durch den Regenwald zu einem Teich bei einem Wasserfall führte. Wir sind dort die Felsen hochgeklettert (war so eine Art Wanderweg) und oben am Fall trafen wir auf einen herrlichen Plunge Pool, wo wir uns dann verdient erfrischten! Unterwegs sahen wir noch weiter oben ein paar kleine Buschfeuer. Am Pool hatte es ganz herzige kleine Frösche, die können sogar senkrecht die Felswand hochklettern! Und das Wasser, welches hinten am Pool über einen kleinen Fall hineinfloss, war um ca. 2 Grad wärmer als das Wasser im Pool. Toll! Und wir sprechen hier von ca. 25 – 27 Grad.

Auf dem Weg zurück hatten wir auch Zeit, die vielen Termitenhügel, die es hier in der Region hat, einmal genauer anzusehen. Die sind wie aus Beton gefertigt!

Dann ging’s den Kakadu Highway wieder hoch zu den Yello Waters, wo am schönen roten Abendhimmel tausende von Vögeln in grossen Gruppen und Formationen über uns hinweg in Richtung Mamukala Feuchtgebiet zum Nachtquartier zogen. Eindrücklich!!!

11. Reisetag - 2.10.08

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Um 5.00 Uhr sind wir schon wieder aufgestanden, da uns Cabot um 5.25 zur Sonnenaufgangstour an den Uluru abholte. Leider hatte es immer noch einige Wolken am Himmel. So hat die aufgehende Sonne nur kurze Zeit den Uluru richtig angestrahlt und ihm das schöne Rot entlockt. Auf der Wanderung um den Uluru sind wir dann noch auf einen Thorny Devil gestossen. Das kleine „Stacheltier“ erkennt man aufgrund seiner farbigen Tarnung auf dem roten Boden kaum.

 

Der Thorny Devil - sieht schlimmer aus als er ist!

Der Thorny Devil - sieht schlimmer aus als er ist!

 

 

Cabot zeigte uns noch ein paar Stellen, an denen man ganz nahe an den Uluru herangehen kann. Auch hier sieht man, dass Aborigines schon lange mit diesem Felsen leben. Es hatte viele Zeichnungen an den Wänden. Die Aussenschicht des Felsen sah aus wie Fischschuppen oder ein sehr, sehr stark rostiges Blech. Der Uluru und die Olgas sind grösser als man sich dies aufgrund der Fotos vorstellen kann. Wirklich sehr eindrückliche Gebilde in einer nahezu flachen Gegend.

Der Uluru oder Ayers Rock - zu gross für's Foto :-)

Der Uluru oder Ayers Rock - zu gross für

Nach dem Zmorgen haben wir noch einige Zeit im Kulturzentrum verbracht, wo Aborigines über ihr Leben und ihre Kultur erzählen. Dann ging es zurück ins Resort und die eindrückliche, 2 ½ tägige Tour im Red Center war leider schon vorüber. Besten Dank Cabot, unserem Guide, für diese sehr interessante Tour!

 

Am Abend sind wir dann nochmals in den Nationalpark gefahren, um den Uluru bei Sonnenuntergang zu sehen.

 

Danach mussten wir schon wieder packen, da es am nächsten Tag nach Darwin weitergeht.

10. Reisetag - 1.10.08

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Die Sonnenstrahlen haben uns um 7.15 geweckt. Mit der Sonne sind zwar die Mücken weg, aber jetzt kommen die Fliegen wieder, welche sich mit Vorliebe um die Augen und die Ohren ins Gesicht setzen. Schon um 8.30 Uhr hatte es im Schatten 34°.

 

Unser Bushcamp beim Lilla Canyon. Im Vordergrund unser Swag, von dem aus wir den traumhaften Sternenhimmel beobachten konnten!

Unser Bushcamp beim Lilla Canyon. Im Vordergrund unser Swag, von dem aus wir den traumhaften Sternenhimmel beobachten konnten!

 

Nach dem Frühstück und Zusammenpacken des Camps machte Sharylinn aus der Aboriginal-Siedlung mit uns eine Führung durch den Busch. Interessant ist, wie sie die Pflanzen jetzt noch nutzen. Aus kleinen Blättern wird eine Hautcreme erstellt, die vor allem für Kleinkinder benötigt wird. Die Äste eines Busches, der wie Thymian aussieht, werden nach der Jagd benötigt, um das Fleisch darin einzuwickeln, es so zu konservieren und zart zu machen/ein Bisschen zu würzen. Aus winzigsten Samenkörnern einer Pflanze (nicht einmal 1 mm gross!) wurde früher eine mehlähnlicher Teig hergestellt, der sehr nahrhaft ist. Die Samenkörner werden dafür gemahlen und mit Wasser gemischt. Aus eichelähnlichen Pflanzen stellen sie noch heute Schmuck her, den sie an Touristen verkaufen. 

 

Sharylinn zeigte uns auch noch ein paar heilige Stätten ihres Volkes. Diese werden allerdings heute nicht mehr genutzt. Die heiligen Stellen, die das Volk heute noch benutzt, werden nicht weitergegeben.

 

Um die Mittagszeit fuhren wir dann Richtung Uluru los. Gegen 15.00 sind wir im Ayers Rock Campground angekommen und haben erst mal unser Cabin bezogen. Der Campground gehört zum Ayers Rock Resort, das bis zu 3′000 Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Im Zentrum des Resort findet sich alles, was eine kleine Stadt zu bieten hat. Von der Polizei über die Feuerwehr, einem Bus bis hin zu Souvenierläden, Restaurants und einem Supermarkt. Auch Natelempfang und Internet hat es hier.

 

Gegen Abend sind wir zu den Olgas gefahren, um mit einem Sekt auf den Sonnenuntergang anzustossen. Wir hatten Glück, dass unter den Wolken die Sonne noch zum Vorschein kam und die Olgas in einem herrlichen Rot erstahlten. Ebenso sehenswert wie die farbliche Veränderung der Olgas war der Sonnenuntergang.

 

Die Olgas im Licht der untergehenden Sonne

Die Olgas im Licht der untergehenden Sonne

 

Im Resort haben wir dann in einem Grill-Pub Znacht gegessen und sind dann schlafen gegangen. Der Himmel hat sich immer mehr mit Wolken verzogen und in der Nacht hat es sogar gewittert und gedonnert. Aber nur kurz.

9. Reisetag- 30.9.08

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Um 7.30 wurden wir vor unserem Hotel abgeholt. Cabot, unser Guide, teilte uns mit, dass wir die nächsten 3 Tage mit ihm alleine unterwegs sind. So cool!!! Im Geländefahrzeug mit Anhänger ging es dann los Richtung Outback. Durch die Gap (Durchbruch des Tod River durch die Mac Donnell Ranges) verliessen wir Alice Springs und schon nach einer halben Stunde Fahrt erblickten wir am Strassenrand einen Wedge Tail Eagle. Dieser Adler kann eine Flügelspannweite von über 2 Metern erreichen! Nur kurze Zeit später haben wir am Strassenrand einen sich im Schatten erholenden Dingo gesehen. Nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt machten wir den ersten Kaffeehalt beim Finke River (auch dieser ist trocken J). Cabot hatte selber gemachten Kaffee, Tee und Früchte für uns dabei.

 

Danach ging’s auf der Giles Road Richtung Watarrka (Kings Canyon) Nationalpark. Die Strasse ist eine Sandpiste im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Schlaglöcher und Höcker aber auch Stellen mit viel Sand, an denen das Auto regelrecht geschwommen ist. In der Saltbush Ebene haben wir dann zwei wilde Kamele liegen gesehen. Irgendwo in diesem Nirgendwo hatte es einen Hügel. Den haben wir erklettert und von dort einen Rundblick über das Outback erhalten.

 

Wir zwei mit unseren schönen Hüten im Outback :-)

Wir zwei mit unseren schönen Hüten im Outback :-)

 

Die Pflanzenwelt ist für unsere Vorstellung erstaunlich farbig und abwechslungsreich. Hohe Bäume in ehemaligen Flussläufen wechseln mit Busch- und Grasland und kargeren Gebieten ab. Man glaubt es kaum, aber in dieser Dürre ist Weideland für Kühe abgezäunt. Die Höfe, sog. Stations, treiben die Kühe aufgrund der riesigen „Weidefläche“ mit dem Kleinflugzeug oder Helikopter zusammen.

 

Rund 16 Kilometer vor dem Kingscanyon sind wir in das Bushcamp abgebogen, in dem wir übernachteten. Als alles eingerichtet war, machten wir uns auf eine kleine Wanderung in den Lilla Canyon. Der Canyon ist etwas 50 Meter hoch und ist ein Ausläufer des Kings Canyon. In zwei Tagen könnte man vom Kings Canyon bis in unsere Region wandern. Wir sind zuerst in den Canyon hinuntergestiegen und haben zwei grosse, permanente Wasserlöcher besucht. Die Felsformationen des Canyons sind sehr eindrücklich. Man kann sich schlecht vorstellen, dass im Outback jemals so viel Wasser geflossen sein soll, das diesen Canyon geformt hat! Nach den Wasserstellen sind wir zum höchsten Punkt des Lilla Canyons aufgestiegen. Der Weg dort hin führte durch verschiedene Stätten der Aborigines. Vom höchsten Punkt hatten wir eine herrliche Aussicht über die Ebene und den Watarrka National Park. An zahlreichen Stopps während der Wanderung hat uns Cabot verschieden Pflanzen, Steine gezeigt und Informationen über die Aborigines weitergegeben.

 

Unsere Wanderung im Lilla Canyon

Unsere Wanderung im Lilla Canyon

 

Auf dem Weg zurück zum Camp haben wir noch ein Känguruh gesehen.

 

Unter schönstem Sternenhimmel und keinerlei Störlicht sassen wir noch eine Zeit lang am Tisch und plauderten. Gegen 22.00 haben wir uns in den Swag gelegt (Mischung aus Zelt und Schlafsack), den wunderschönen Sternenhimmel betrachtet und sind dann bald eingeschlafen. Gottseidank hatte es über dem Swag ein Mückennetz. Denn in der Stille des Outback hörte man ausser ein paar wenigen Tiergeräuschen und dem Wind das Surren tausender von Moskitos!

 

8. Reisetag - 29.9.08

Donnerstag, 02. Oktober 2008

Heute wurden wir bei schönem, warmem Wetter um 10.00 vor dem Hotel von der Hop-on-hop-off Stadtrundfahrt abgeholt.

 

Zuerst ging’s zur School of the Air, die es seit 1951 gibt. Leider waren Schulferien und wir konnten keiner Live-Lektion beiwohnen. Aber sie haben die letzten Lektionen aufgezeichnet, so dass wir diese an einem Bildschirm mitverfolgen konnten. Aktuell unterrichten rund 10 Lehrer 114 Schüler in einem Umkreis von 1000 km/1′300′000 km2. Es ist das grösste Klassenzimmer der Welt! Dies stellt grosse Anforderungen an die Lehrer. Sie kommen via Internet zu den Schülern (Primarstufe) auf die abgelegenen Ranches, Roadhouses und Polizeistationen etc. Früher erfolgte diese Verbindung durch Funk. Dank Internet und Live-Cams können die Schüler die Lehrer sehen und der Lehrer kann so auch etwas „an die Wandtafel zeichnen“.

 

Die Schüler erhalten die Unterlagen per Luftpost oder Internet und müssen auch ihre Aufgaben auf diesem Weg in einer speziellen Mappe der Schule zurücksenden.

 

Zweimal im Jahr treffen sich die Schüler in Alice Springs zu einer einwöchigen „In-Scool“. Die Lehrer versuchen, immer die ganze Familie in diese Woche einzubinden. Meist ist es nämlich auch für den Rest der Familie eine eher einmalige Gelegenheit, der Einsamkeit ihres Wohnortes zu entfliehen.

 

Nach diesem interessanten Stop ging’s weiter zur Royal Flying Doctor Base, welche es seit 1939 gibt. Die Flying Doctors können mit der Rega verglichen werden. Und sie fliegen mit Pilatus PC 12-Flugzeugen! (www.flyingdoctor.net) Leider ist die Einsatzbasis in der Stadt und nicht direkt mit dem Flugverkehr verbunden. Wir hätten gerne auch die Flieger angesehen. So konnten wir nur einen gut gemachten Film über die Einsätze der Flying Doctors ansehen und danach einen Blick in die Ein-Mann-Einsatzzentrale werfen. Die ist wenig spektakulär. Ein PC und eine Karte, auf der alle Landemöglichkeiten im Outback eingezeichnet sind. Speziell markiert sind diejenigen Landebahnen, welche auch eine Nachtanflugmöglichkeit haben. Die Landebahnen werden im Outback zum Teil mit Öllampen markiert. Zwei der drei Flieger waren gerade unterwegs, was mit roten Fäden gekennzeichnet war.

 

Über ganz Australien verteilt gibt es mehrere Basen. Die Flieger von Alice Springs sind in einem Radius von 600 km tätig und betreuen ca. 36′000 Personen, von denen 90% Aborigines sind. Die Hauptsache der Ratschläge oder Diagnosen erfolgt heutzutage telefonisch. In der Basis von Alice Springs arbeiten heute 9 Flugkrankenschwestern, 3 Ärzte und 8 Piloten sowie 3 Ingenieure, welche die Flieger in Schuss halten. Im Gesamten haben die Flying Doctors 22 Basen, 51 Flugzeuge und 5 Spitäler in ganz Australien.

 

In einem Jahr werden ca. 250′000 Patientenbesuche in ganz Australien durch die Flying Doctors ausgeführt. Das heisst im Schnitt alle zwei Minuten ein Patient!

 

Danach stürtzten wir uns mutig zu den Reptilien, welche gerade auf der anderen Strassenseite der Flying Doctors auf uns warteten. Uiuiui, was für grauslige Viecher kriechen und krabbeln hier in Australien herum! Etwas haben wir gelernt! Unsere Panzerechse vom Leuchturm bei Albany ist ein Sleepy Lizard/Shingleback. Super. Sein Schwanz (den wir nicht gesehen haben) sieht gleich aus wie sein Kopf. In der Gefahrensituation kann er sich so krümmen, dass man meint, es seien zwei Lizards. In seinem Schwanz hat er Giftdrüsen, welche er zur Verteidigung einsetzen kann.

 

Sonst haben wir verschiedene Echsen, Schlangen und ein Salzwasserkrokodil gesehen.

 

Danach liessen wir uns zurück in die Stadt fahren und haben uns dort super Hüte für’s Outback gekauft. Inklusive Insektennetzen und einem Anti-Moskito-Gel, welches uns selber wohl nur knapp am Leben lässt…. Aber Hauptsache wir werden nicht verstochen! Positiv daran, es soll auch gegen die Sandflies in Neuseeland nützen.

7. Reisetag - 28.9.08

Sonntag, 28. September 2008

Bei schönem Wetter haben wir unsere Koffer gepackt und uns zum Flughafen auf gemacht. Wir hatten einem ruhigen Flug nach Alice Springs. Das Wetter war wunderbar, nur ein paar Quellwölkchen, und so hatten wir eine schöne Sicht. Leider sassen wir für die Skyline von Perth und für den Ayers Rock auf der falschen Seite. Das Überfliegen der Wüste ist aber echt genial.

 

Im Reiseführer haben wir gelesen, dass der Ayers Rock nur mit Erlaubnis der Aborigines fotografiert werden darf, da es eine heilige Stätte von ihnen ist. Und dass es für die Veröffentlichung der Fotos ihre Erlaubnis braucht. Sie erachten schon Touristen, welche ein Foto auf ihre Homepage stellen als bewilligungspflichtig. Warten wir’s mal ab. Wir werden unseren Tourguide genau fragen, bevor wir allfällige Fotos vom Ayers Rock auf unseren Blog tun. Sicher ist sicher.

Hier in Alices Springs haben wir eine lustige Zeitverschiebung – 1 ½ Stunden. Nach 2 ½ Stunden Flug war es plötzlich 4 Stunden später. So gemein…

Hier in Alice Springs hat es viele Aborigines. Und die Armut ist auch deutlich sichtbar. Das haben wir bis jetzt auch bei der Einfahrt in die grossen Städte nicht erlebt.

Wir haben dann noch den Anzac Hill für den Sonnenuntergang erklommen. Dies gab uns noch einen schönen Rundblick über Alice Springs. Obwohl dies die 2. grösste Stadt in dieser Region ist und 22′000 Einwohner hat, merkt man dies überhaupt nicht. Danach gab’s Spare Ribs für Thomas und Känguruh-Filet für Silke zum Znacht.

Sonnenuntergang in Alice Springs

Sonnenuntergang in Alice Springs